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TITEL Plagiate 4/2020

Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Verlockende Fälschung

Getreu dem Motto „Nachahmung ist die höchste Form der Anerkennung“ und dem bekannten Spruch: „Man muss das Rad nicht neu erfinden“ bedienen sich Produktpiraten teilweise sehr frech an den Ideen anderer, geben diese als die eigenen aus und verdienen sich im besten Fall ein goldenes Näschen damit. Ist dieses Vorgehen ausnahmslos hochgradig kriminell und absolut kein Kavaliersdelikt – oder gibt es auch Fälle, die sich tolerieren lassen?


Was Profit verspricht, wird kopiert. Dieses Prinzip funktioniert schon seit Jahrtausenden so. Dennoch ist das Thema der Nachahmungen beziehungsweise Fälschungen in der Produktindustrie aktueller denn je. Gerade auf der Messe Ambiente, der größten Konsumgütermesse der Welt, auf der tausende Aussteller aus der ganzen Welt im Februar ihre Neuheiten präsentierten, saß bei den meisten die Angst im Nacken, dass schon bald die ersten Kopien im Markt auftauchen würden. Auch Büromöbelhersteller sind stark betroffen.

Besonders die Tatsache, dass Original und Fälschung in vielen Fällen – und besonders vom Laien – kaum noch voneinander zu unterscheiden sind, macht die Sache so schwierig. Selbst Profis müssen in einigen Fällen ganz genau hinsehen, um das Ursprungsprodukt identifizieren zu können. Dass die Nachahmungen in der Regel nur einen Bruchteil des Preises vom Original kosten, macht sie umso attraktiver für die Käufer. Überhaupt muss jeder, der Innovationen entwickelt und/oder massentaugliche Produkte auf den Markt bringt, damit rechnen, kopiert zu werden. Doch ein Kampf dagegen kostet viel Zeit und noch mehr Geld, das viele, vor allem kleinere Firmen, nicht haben. Da es inzwischen zu viele schwarze Schafe gibt, sprechen Betroffene von einem Kampf gegen Windmühlen. Es ist mehr als verständlich, dass der Ärger darüber sehr groß ist: Schließlich steckt teils jahrelange Entwicklungsarbeit in den einzelnen Produkten. Übrigens kommen durch diesen Einsatz hoher personeller, zeitlicher und finanzieller Ressourcen die oft höheren Kosten für qualitativ hochwertige, innovative (Design-)Produkte zustande.

SCHWERWIEGENDE FOLGEN

Ein geschädigter Ruf der Originalmarke, finanzielle Verluste und Abbau von Arbeitsplätzen sowie eine gesundheitliche Gefahr für den Verbraucher durch den Einsatz mangelhafter Materialien sind nur die Hauptfolgen der Piraterie. Ein weiterer kritischer Aspekt, der nicht außer Acht gelassen werden darf, sind die Produktionsbedingungen. Es ist nur schwer nachzuweisen, ob nicht doch im Rahmen von Kinderarbeit oder unter anderen menschenunwürdigen Bedingungen produziert wird – um entsprechende Produktionskosten noch weiter nach unten zu drücken und dadurch umso mehr zu verdienen. Vielfach sind es jedoch organisierte Fälscherwerkstätten, die fernab von Hinterhöfen in voll ausgestatteten Fabriken teils computergestützt im großen Stil produzieren.

CozaChair Plagiate

Warum dies überhaupt möglich ist und nicht bei allen Produkten ein Riegel davorgeschoben werden kann, hat mehrere Gründe, wie der erfolgreiche deutsche Designer Martin Ballendat weiß: „Viele Schutzrechte deutscher Originale sind leider auch nur hierzulande gültig“, erklärt er. „Deshalb war vor einigen Jahren noch Italien das Eldorado für Kopien. Der Verkaufsabschluss musste offiziell in Italien erfolgen, erst dann durfte in das entsprechende Land exportiert werden, ganz legal. Heute muss man seinen Blick eher in den Osten und nach China richten.“

NICHT IMMER UND ÜBERALL GÜLTIG

Nicht zu vergessen ist auch die Tatsache, dass angemeldete Patente und Geschmacksmuster nur für einen begrenzten Zeitraum gültig sind: Patente laufen ab dem Anmeldetag bis zu 20 Jahre. Danach können andere das Produkt in der Regel ohne Probleme auf den Markt bringen. Gleiches gilt für Geschmacksmuster: Die Schutzdauer beträgt ab dem Anmeldetag zunächst fünf Jahre und kann um einen Zeitraum von jeweils weiteren fünf Jahren bis zu einer maximalen Schutzdauer von 25 Jahren verlängert werden. Um Schutzrechte schon vor ihrem Ablauf nicht zu verletzen, wandeln Fälscher die entscheidenden Produktmerkmale so weit wie nötig ab. Für den Laien ist dies oft nicht nachvollziehbar, für ihn sehen die Produkte „genauso aus wie das Original“ und aus rechtlicher Sicht sind sie auch keine Plagiate. Nur wer das Original kennt und weiß, wer der eigentliche Hersteller beziehungsweise Entwickler ist, wird einen Unterschied bemerken. „Nicht nur das Design von Produkten wird übernommen, sondern auch der Markenname. Dann ist es für Konsumenten extrem schwer, Original und Fälschung überhaupt auseinanderzuhalten“, ergänzt Christine Lacroix von der Aktion Plagiarius, deren Ziel es ist, die unlauteren Geschäftspraktiken sowohl von Markenfälschern als auch von Plagiatoren, die geistiges Eigentum anderer klauen und als eigene kreative Leistung ausgeben, ins öffentliche Licht zu rücken.

Doch mit der vorschnellen Verurteilung und der Abstempelung als Fälscher sollte man unbedingt vorsichtig sein, weiß Ballendat: „Tatsächlich wird auch viel Schindluder betrieben, wenn es um die Verfolgung von Kopien geht. So ist mir bekannt, dass es in Deutschland mehrere Anwaltsbüros gibt, die mit ein und derselben Masche reine Abzocke betreiben”, erzählt er. „Sie behaupten beispielsweise, von einem bekannten Markenhersteller beauftragt zu sein, Kopien des klassischen Freischwingers zu belangen, deren Gestell ähnlich einem Würfel im rechten Winkel gebogen ist.“ So wird laut Ballendat jeder im Fokus des Anwaltsbüros stehende Hersteller, der ein, bezogen auf das Gestell, auch nur annähernd ähnliches Freischwingermodell auf dem Markt hat, unter Androhung einer Klage abgemahnt. „Kaum ein Nutzer würde da von einer Kopie sprechen. Aber viele Hersteller lassen sich einschüchtern, nehmen ihr Produkt vom Markt und zahlen eine Abmahngebühr, um einem Prozess zu entgehen.“

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„GUT“ GEFÄLSCHT: Erkennen Sie die Unterschiede? Hier haben sich die Fälscher besonders viel Mühe gegeben, eine originalgetreue Kopie des Interstuhl-Models Silver zu machen. Links das Original von Interstuhl, rechts die Fälschung eines chinesischen Herstellers. Plagiarius (oben) deckt solche Fälle auf und bringt sie an die Öffentlichkeit. © Fotos: Aktion Plagiarius e.V.

Plagiarius Zwerg

 

 

 

 

 

 

 

 

Ob nun gerechtfertigt oder nicht: Viele Nutzer kaufen bewusst Nachahmungen. Doch was treibt die Käufer dazu an? Die Studie „Piraten des 21. Jahrhunderts“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young zeigt auf, dass es bei rund 33 Prozent der Verbraucher vor allem darum geht, ein (vermeintliches) Statussymbol zu besitzen und damit eine entsprechende Wirkung nach außen zu erzielen. „Käufer erwerben mit der Fälschung die Wirkung und das Prestige des Originals“, heißt es in dem Dokument. Wie außerdem das ZDF in einem Beitrag vom Februar 2020 über Produktfälschungen berichtet, halten 97 Prozent der Europäer den Schutz des geistigen Eigentums zwar für notwendig und wichtig. Dennoch finden rund 40 Prozent der 15- bis 24-Jährigen den Kauf von gefälschten Produkten akzeptabel, wenn das Originalprodukt „zu teuer“ ist. Vor allem jüngere Menschen greifen eher zur Kopie. Warum? Weil sie sich das Original schlicht selbst nicht leisten können – und es demnach auch nicht kaufen würden. Das bedeutet aber nicht, dass sie das Original nicht schätzten. Oft ist es die Zielgruppe von morgen: Sind diese Menschen irgendwann fest in einem Job angestellt, sind sie es, die dann in späteren Jahren die Kopie nur zu gern gegen das Original tauschen.

„Natürlich muss das jeder für sich selbst entscheiden“, sagt Martin Ballendat und bestätigt: „Teilweise sind Originale unverschämt teuer. Ein ‚gutes Vorbild‘ sind aus meiner Sicht Produkte wie etwa von Philippe Starck, der Klassiker zum Beispiel für Kartell geschaffen hat, die ich nicht für überteuert halte, die also auch sehr gut in der breiten Masse verkauft werden können.“ Doch es gibt auch negative Beispiele. „So besitzen manche Klassikerhersteller die Arroganz – wie beispielsweise einige bekannte italienische Marken – Sofas für mehr als 20.000 Euro anzubieten. Dabei gibt es qualitativ respektable und optisch ähnliche Sofas schon für 2.000 oder 3.000 Euro im Fachhandel. Da fühlt sich der Verbraucher vom Klassikerprodukt schlichtweg zum Narren gehalten.“

Qualitativ hochwertige Äquivalente sind das eine, günstige Fälschungen das andere. So weiß die Ernst-&-Young-Studie, dass die Verbraucher zugunsten des „falschen Schnäppchens“ teilweise wissentlich auf Qualität verzichten, genauso auf die Verwendungssicherheit und die ethischen Grundsätze eines Markenprodukts. Umso wichtiger ist das Herausstellen von Markeneigenschaften wie die Sicherheit der Verwendung, ethische Produktionsgrundsätze und das Thema Nachhaltigkeit, die dem Markenhersteller das Potenzial bieten, den Käufern die grundlegenden Unterschiede zwischen Original und Nachahmung zu verdeutlichen.

Schwierig wird es aber vor allem deshalb, weil die Nachfrage groß ist – und jede Nachfrage schafft ein entsprechendes Angebot, insbesondere dann, wenn Fälscher damit hohe Gewinne erzielen können. Vor allem die hohen Gewinnmargen und das geringe Risiko einer Strafverfolgung machen die Sache so verlockend. Aktuell sind die Strafen noch so mild, dass das Risiko gerne in Kauf genommen wird. Und wenn einem doch das Handwerk gelegt wird, ist schon der nächste Fälscher zur Stelle, der nahtlos anknüpft.

ANDERE LÄNDER, ANDERE SITTEN

Heute ist vor allem China das „Fälscherland“ Nummer eins – und es scheint sogar recht stolz darauf zu sein. Wieso das so ist, erklärt sich aus dem kulturellen Hintergrund: Während das Kopieren in westlichen Ländern einem dreisten Ideenklau gleicht, sehen Chinesen es als ehrenwertes Ziel an, ihr Vorbild, den „Meister“, so detailgetreu wie möglich nachzuahmen. Erst im nächsten Schritt wollen sie eigene Innovationen entwickeln. Für Europäer oft nur schwer zu verstehen, während Chinesen unser Unverständnis nicht nachvollziehen können. Und deshalb wird fleißig weiter kopiert. Doch aufgrund bereits genannter deutschlandweit begrenzter Gültigkeit einiger Schutzrechte und ausgelaufener Geschmacksmuster fertigen auch unsere europäischen Nachbarländer weiterhin Kopien erfolgreicher Klassiker an und verkaufen diese über das Internet.

Dass die Qualität in der Regel eine ganz andere ist als beim Ursprungsprodukt, verwundert nicht. Wie diese sich im direkten Vergleich äußert, brannte auch FACTS unter den Nägeln. Zu Testzwecken haben die Redakteure den Original Eames Chair von Vitra mit einer der inzwischen unzähligen Kopien auf dem Markt verglichen, die aus dem Onlineshop Sklum mit Sitz in Spanien stammt. Der Shop ist dafür bekannt, unter anderem vermeintliche „Designermöbel“ besonders günstig zu verkaufen. Und tatsächlich: Das ausgewählte Modell gab es hier für erschwingliche 20 Euro. Im Vergleich: Für das Original muss man rund 400 Euro lassen. Ein extremer Preisunterschied! Macht sich dieser auch im direkten Vergleich der Produkte bemerkbar? Personen, die sich mit Designobjekten nicht oder nur wenig auskennen, werden auf den ersten Blick kaum einen Unterschied feststellen. Das hat sich auch im Test mit Freunden und Gästen gezeigt. Das große Ganze hat auf den ersten Blick überzeugt: Auf beiden Stühlen lässt es sich gut und bequem sitzen. Erst das Wissen, dass es sich einmal um ein Original, einmal um eine Fälschung handelt, brachte die Unterschiede zum Vorschein: So empfanden alle Probanden bei der direkten Gegenüberstellung, dass die Sitzschale des Originals eindeutig härter und damit aber stabiler ist. Das Sitzen fühlte sich „sicherer“ an.

GENAU HINGESEHEN

Die höhere Stabilität macht sich auch im Gewicht bemerkbar: Das Vitra-Original ist etwas schwerer als das Plagiat. Klar ist der Materialeinsatz dafür verantwortlich, der qualitative Unterschiede mit sich bringen kann. Auch in Sachen Haptik wirkt der Vitra-Stuhl deutlich wertiger und ist insgesamt professioneller verarbeitet, was sich insbesondere an den Bohrungen für die Schrauben erkennen lässt, die am Plagiat beim genauen Blick nicht gut abgeschliffen sind. Die optionale Sitzauflage, die bei Vitra gut gepolstert und fest auf die Sitzfläche angebracht ist, hat den Nutzern deutlich besser gefallen und ein bequemeres Sitzgefühl vermittelt als die nur aufgelegte Auflage des Sklum-Modells, die außerdem lediglich wie ein dickeres Stück Stoff wirkte.

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VERGLICHEN: Der FACTS-Test zeigte, dass die Stühle sich oberflächlich gesehen sehr ähneln.
Beim genauen Hinschauen werden die Schwachstellen der Nachahmung (gelber Stuhl, rechtes Vergleichsbild) aber sehr deutlich.

 

 

 

 

Welche Schlüsse lassen sich daraus ziehen? Wer genau hinschaut und etwas von langlebiger Qualität haben möchte, wird vermutlich nur mit dem Original glücklich. Ohne direkten Vergleich schneidet das Billigmodell einigermaßen gut ab – aber auch nur, wenn man keine allzu hohen Ansprüche hat.

Wie sich qualitative Unterschiede vor allem über einen längeren Zeitraum bemerkbar machen, hat Ballendat auch selbst erfahren: „In den 1980er-Jahren, als ich Student war, kamen plötzlich immer mehr günstige Kopien des klassischen Mart-Stam-Thonet-Freischwingers auf den Markt, die zuletzt sogar nur 99 DM statt 750 bis 1.200 DM kosteten – bei gleichem Design. Doch es zeigte sich schnell: Die Rohre waren von schlechterer Güte, sie ließen sich leicht verbiegen, die Lederspanner waren nur Attrappen, außerdem gab es anstelle von Kernleder nur dünn lackiertes Spaltleder.“ Schon nach kurzer Zeit sah man laut dem Designer reihenweise verbogene Kopien zur Sperrmüllabholung, mit durchgesessenen Sitzflächen und abgeblätterten Chromrohren. Viel Abfall nach kurzer Zeit. „Ich hatte das Glück, nach meinem Studium sechs Originale kaufen zu können, die ich zehn Jahre in Gebrauch hatte und dann meiner Schwägerin geschenkt habe. Jetzt, nach 37 Jahren, sind sie immer noch fast unbeschädigt in Benutzung.“

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BELIEBT: Die Thonet-Modelle, die es in verschiedenen Ausführungen gibt, werden seit Jahrzehnten nachgeahmt. 


Die Frage nach dem Umweltaspekt liegt da nahe. „Leider hat es sich noch nicht durchgesetzt, dass alle Firmen einen sogenannten ökologischen Fußabdruck jedes einzelnen Produkts darstellen müssen“, weiß der Designer. „Erst dann wäre ein relevanter Vergleich wirklich möglich.“ Doch Ballendat gibt auch zu bedenken: „Natürlich kann es sich auch umgekehrt verhalten: Verwendet der Hersteller für das Originalprodukt beispielsweise klassisch verchromte Rohre, die Kopie jedoch nur Silberpulverbeschichtete Gestelle, dann kann es sogar sein, dass die pulverbeschichtete Kopie aus ökologischer Sicht besser bewertet wird. Letztendlich zählt ökologisch betrachtet aber die Langlebigkeit und da hat das Klassikerprodukt fast immer deutliche Vorteile.“

KAMPF GEGEN FÄLSCHER

Der Markenverband schreibt auf seiner Website, dass für den wirksamen und vor allem langfristigen Erfolg im Kampf gegen diese Form der Fälscherkriminalität alle zusammenwirken müssen. Nicht zuletzt gehe es darum, die Verletzung von Schutzrechten weltweit zu ächten und in einer globalisierten Wirtschaft ein gemeinsames Verständnis zur Bekämpfung von Markenpiraterie zu entwickeln. Schon heute werde der Kampf gegen die Produkt- und Markenkriminalität von den Markeninhabern mit großem Einsatz geführt.

Ballendat Zitat

 

„Leider hat es sich noch nicht durchgesetzt, dass alle Firmen einen sogenannten ökologischen Fußabdruck jedes einzelnen Produkts darstellen müssen. Erst dann wäre ein relevanter Vergleich in Sachen Umweltauswirkungen wirklich möglich.“

 

Martin Ballendat, Designer, Ballendat Design

 

Für die systematische Bewertung von Schäden und der Entwicklung von Maßnahmen gilt es, einen kontinuierlichen Risikomanagementprozess einzurichten. Und nicht zuletzt müssen die Verbraucher stärker über Risiken durch (billig hergestellte) Fälschungen informiert werden. Vor allem – wenn auch nicht nur – jüngeren Menschen muss vermittelt werden, welche ethischen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Risiken mit dem Kauf von gefälschten Produkten einhergehen. Nur so lassen sich diese über kurz oder lang auf ein Minimum reduzieren und der Schaden für Unternehmen weitestgehend minimieren. Schließlich sind es die Verbraucher, die für die Folgen von Fälscherkriminalität verantwortlich sind, ganz einfach, weil sie die nachgeahmten Produkte in minderer Qualität kaufen. 

Anna Köster

 

INFO:

Ideen und Gedanken alleine zählen nicht als geistiges Eigentum. Innovationen und Schöpfungen dagegen können als solches definiert und geschützt werden. Das lässt sich auf vielfältige Art und Weise umsetzten: Marken zeigen dem Verbraucher die Herkunft der Erzeugnisse an. Geschmacksmuster geben an, wie diese Erzeugnisse aussehen. Über Urheberrechte lassen sich künstlerische Werke (Bücher, Musik, Gemälde, Skulpturen oder Filme) schützen. Und mit Patenten schützt man Erfindungen auf allen Gebieten der Technik.

Das europäische Amt der EU (EUIPO) hat herausgefunden, dass allein durch elf von der Markenpiraterie besonders betroffene Branchen durch die Fälschungen bis zu 60 Milliarden Euro an Einnahmen verlieren. Dem Staat gehen dadurch entsprechend Steuergelder in MilliAArdenhöhe verloren. Gerade Geschmacksmuster sind laut dem EUIPO ein wichtiger Vermögenswert für Unternehmen jeder Größe. Diese beschreiben laut Artikel 3 der Geschmacksmusterverordnung „die Erscheinungsform eines Erzeugnisses oder eines Teils davon, die sich insbesondere aus den Merkmalen der Linien, Konturen, Farben, der Gestalt, Oberflächenstruktur und/oder der Werkstoffe des Erzeugnisses selbst und/oder seiner Verzierung ergibt“. Laut dem EUIPO erzielen kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die eigene Geschmacksmuster haben, rund 17 Prozent höhere Einnahmen als solche ohne. 

(Quelle EUIPO)

 

 

 

 

 

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