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TEST Sedus se:motion 4/2019

Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Auf agilen Wegen

Eine Arbeitsumgebung, in der Mitarbeiter sich frei entfalten können, benötigt Mobiliar, das dabei mitspielt. Allem voran müssen die Sitzgelegenheiten Flexibilität und Spontanität ermöglichen und die Zusammenarbeit von Mitarbeitern fördern. Genau dafür ausgelegt und auf die Bedürfnisse der neuen Arbeitskultur zugeschnitten sein soll der neue se:motion von Sedus.

 

 

Viel einzustellen gibt es am Drehstuhl se:motion von Sedus nicht. Und das ist auch so gewollt. Neben der Sitzhöhe kann der Benutzer lediglich die Arretierung der Rückenlehne nach Bedarf ändern – über einen Schiebtaster direkt unter dem Sitz. Entsprechend schnell ist der Drehstuhl auch einsatzbereit und dank der geometrischen Sitzschwinge automatisch an den Nutzer angepasst.

Zugegeben: Der Stuhl macht durch die Sitzschwinge, die schlanke Rückenlehne und die schmalen Armlehnen auch optisch schon auf den ersten Blick einen sehr dynamischen Eindruck – und dieser täuscht im Praxistest nicht, denn der se:motion lässt Bewegungen in praktisch jede Richtung zu, ganz gleich ob man dem Nachbarn nur einen Schulterblick zuwerfen, schnell herüberrollen oder ob man sich grundsätzlich flexibel am Arbeitsplatz beziehungsweise bei spontanen Zusammenkünften im Team bewegen möchte. Durch den Öffnungswinkel von 23 Grad ist eine entspannte Haltung genauso möglich wie das aufrechte Sitzen und leichte Vornüberbeugen, wenn man konzentriert arbeiten möchte. Beim Vorlehnen unterstützt der Sitz zusätzlich mit einer Neigung von bis zu 5 Grad.

Schräge fördert Bewegung

Die Sitzfläche ist etwas Besonderes: Sie hat eine ergonomisch geformte Mulde mit schmalen, weichen Kanten ringsherum. Letztere ermöglichen dem Nutzer einen großen Bewegungsspielraum ohne Einschränkungen, denn man bleibt – so auch im FACTS-Test festgestellt – bei seitlichen Bewegungen nirgends hängen. Im Gegenteil, die leichte Schräge nach außen hin fördert die Bewegung am Arbeitsplatz sogar, ohne jemals das Gefühl zu geben, abzurutschen.

Bei den Armlehnen gab es geteilte Meinungen: Denn so ästhetisch sie auch aussehen und optisch sehr gut zum Design des Stuhls passen: Sie sind nicht verstellbar. Gerade die heutige Teamarbeitsweise sowie Co-Working-Spaces setzen voraus, dass auch mal unterschiedliche Mitarbeiter auf dem Stuhl Platz nehmen können. Dies könnte sich bei einigen Körpertypen gegebenenfalls als schwierig herausstellen. FACTS würde in solch einem Fall dazu tendieren, die Lehnen komplett wegzulassen oder beide Varianten (mit und ohne Armlehne) im Unternehmen anzubieten. Auf der anderen Seite sind die Lehnen so konzipiert, dass sich durch ihre Anordnung weit nach hinten keiner Bewegung im Weg sind und in einigen Fällen eine – wenn auch leichte – Unterstützung bieten.

Übrigens: Wer die perforierte Rückenlehne, die leicht elastisch und durch die Lordosenwölbung ergonomisch geformt ist, dennoch lieber mit einem weicheren Bezug hätte, der kann mit den optionalen Wechselpolstern für Rücken und Sitz, die jeweils in zwei Materialausführungen – schlankes Stoffpolster oder dreidimensionales Strickgewebe – zur Verfügung stehen, noch mehr Komfort und sogar Wohnlichkeit schaffen und den Stuhl auf diese Weise individualisieren. Der Rahmen und das Fußkreuz aus Kunststoff sind in Schwarz und Lichtgrau erhältlich.

Anna Köster

 

FAZIT

Einfach machen – das geht mit dem se:motion von Sedus ohne Wenn und Aber. Die notwendige Bewegungsfreiheit, die die neue Arbeitskultur erfordert, bietet das Modell durch sein reduziertes Design bei gleichzeitig hoher Dynamik. Das Modell erleichtert die spontane Zusammenarbeit mit den Kollegen und fördert zudem die Bewegung am Arbeitsplatz. Nach dem Prinzip „weniger ist mehr“, muss kaum eine Einstellung getätigt werden, und der Stuhl „passt“ trotzdem: toll!

 

Produkt: Sedus se:motion 
Beschreibung: Drehstuhl 
Anbieter: Sedus 
Preis: ab 299 Euro exkl. MwSt.

Kontakt: www.sedus.com

 

 

Beurteilung

Sehrgut FACTS 4 2019

Design: 6/6
Ergonomie: 6/6
Verarbeitung: 6/6
Funktionen: 5,5/6
Ausstattung: 5,5/6
Bedienung: 6/6

Gesamtergebnis: sehr gut

 

 

 


 Fotos: Silke Cremer